Wednesday, November 29, 2006

"Wer niemals nein sagt, kann seine Ja's nicht einhalten"

Auf Lemnos besuchte ich ein Seminar über "Systemische Strukturaufstellungen" und dabei lernte ich einige hoch interessante Persönlichkeiten kennen. Eine junge Psychologin, ich nenne Sie Maria, fiel mir dadurch auf, dass sie sich bei Themen, Vorschlägen oder Diskussionen, die ihr nicht behagten, einfach sagte: "Das möchte ich nicht!". Für mich war diese klare Ansage ungewohnt und ich prüfte, soweit diese mich betraf, ob ich mich gekränkt fühlte. Erstaunlicherweise war dem nicht so und ich und auch die anderen Seminarteilnehmer kamen offenkundig gut mit dieser klaren Abgrenzung zurecht. Für mich war es ungewohnt, da ich mich meistens sehr diplomatisch ausdrücke und eher verklausuliert spreche.

Irgendwie imponierte mir aber die klare Aussage:
"Das möchte ich nicht!"

Noch im Verlauf dieses Seminares testete ich den Umgang mit dieser sprachlichen Klarheit. Ich sollte mein wichtigstes Seminarthema, also den Grund, warum ich eine Woche auf Lemnos weilte, zu einer Zeit einbringen, als ich dafür nicht mehr fit war und auch die sonstigen Rahmenbedingungen der Bedeutung des Themas nicht mehr gerecht wurden. So testete ich meine neu erlernte Formulierung und sagte: "Das möchte ich heute nicht, mein Vorschlag lautet, dies auf morgen Früh zu vertagen!". Aufgrund der Deutlichkeit der Aussage, widersprach niemand und da es mir auch ein ernstes Anliegen war, hatten die anderen Teilnehmer Verständnis. Am nächsten Morgen war ich nicht nur disponiert, sondern hatte am morgens 4:00 Uhr über mein Thema nachgedacht und konnte wesentliche Erkenntnisse einbringen, die für mich das Seminar außerordentlich erfolgreich machten.

Ich möchte Ihnen nicht Ihre Diplomatie abgewöhnen und auch ich werde versuchen, diese zu leben – aber, prüfen Sie für sich, ob es nicht dann und wann einer deutlichen Positionierung zu Ihrem eigenen Schutz bedarf und sagen Sie einfach:


"Das möchte ich nicht!"


Regel 4 zur Mitarbeit-/ Menschenführung

Beobachten Sie den anderen aufmerksam, so fällt Ihnen auf, wenn er etwas Gutes macht. Wenn Sie dann loben, begründen Sie das Lob präzise, damit es sich nicht wie Schmeichelei anhört.



Bereiten Sie jetzt das Jahr 2007 vor



Gehen Sie dabei folgende Schritte


Analyse – Zielsetzung – Strategie – Zeitplanung


In den nächsten Einträgen erhalten Sie zu jedem der vorstehenden Punkte Anregungen. Heute zum Thema Analyse.

Fragen Sie sich jetzt, was ist aus den Zielen, die ich mir für das Jahr 2006 vorgenommen habe, geworden. Was habe ich realisiert, welche Ziele stehen noch aus und ist es höchste Zeit, diese jetzt anzugehen und warum gelingen mir manche Ziele einfach nicht? Diese Analyse sollten Sie aber nicht nur auf Ihren beruflichen oder unternehmerischen Bereich anwenden, sondern auch und ganz besonders, auf Ihr persönliches Leben. Haben Sie genügend Zeit für sich und das was Ihnen wichtig ist, für Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Freunde, das Hobby und die Gesundheit? Versuchen Sie nicht gleich alles wiederum in Ziele zu kleiden und sich damit unter Druck zu setzen, sondern machen Sie erst eine Bestandsaufnahme Ihrer Lebensbereiche. Stellen Sie sich die Frage nach dem ICH (für Sie ganz persönlich), die Frage nach dem DU (dies sind alle anderen Menschen), die Frage nach der MATERIE (was Sie unter Beruf und Unternehmen verstehen) und die Frage nach dem SINN (Macht das was ich tue einen Sinn und bringt mich das in meinem Leben wirklich weiter?). Wenn Sie analysieren, seien Sie nicht besorgt, wenn Ihnen manches noch nicht gelungen ist. Denken Sie an den schönen Satz von Gustav Grossmann.


"Im Mangel liegt die Chance."


Die Natur lehrt uns, dass Mängel Chancen sind. Gehen Sie mutig an die Themen heran, die Ihnen bisher nicht gelungen sind. Wenn in der Natur ein Baum mechanisch verletzt wird, ist das sicherlich für den Baum ein Mangel. Der Baum schickt aber seine Abwehr an die Front und schließt mit Harz die Wunde und bildet dieses Harz nicht aus, bis die Wunde gerade mal verschlossen ist, sondern solange, bis eine ganze Anreicherung an Harz die Wunde schützt. Machen Sie sich die Regeln der Natur zu eigen und machen Sie aus jedem Mangel eine Chance.

Seneca bietet uns eine ausgezeichnete Lebenshilfe.


"Wie lange ich lebe, hängt nicht von mir ab,

ob ich aber lebe, solange ich lebe,

hängt von mir ab."


Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche.

Ihr Helmut Unger

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